Bondage Grundlagen - Standardknoten

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Vorstellung und Realitäten 

 

Gefesselt sein, ausgeliefert sein, dem Fessler vertrauen, sich hinzugeben, gar zu fliegen, gleich ob emotional und/ oder durch eine Hängebondage (Suspension). Das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und das stetige Wissen, "in der Hand" des Gegenübers zu sein. Gebändigt zu werden - bis hin zu völliger Bewegungsunfähigkeit. Oder aber ästhetisch schick "verschnürt" zu sein für tolle Bilder und sinnliche Momentaufnahmen von Seilen, die die Formen des Körpers unterstreichen…

Dies sind wohl die Wunschvorstellungen in den Köpfen vieler an eine Begegnung mit dem Seil als passiv Gefesselter. Wunschvorstellungen, die vielleicht auch durch unzählige Bilder und Videos im Internet entstehen bzw. gefördert werden.

 

Bondage in den Medien 

 

Das Internet ist überfüllt mit einschlägigen, meist kostenpflichtigen Seiten, welche sich auf ihre Weise mit dem Thema Bondage auseinandersetzen. Hier werden meist BDSM-typische Situationen dargestellt. Die meist weiblichen Hauptdarsteller scheinen in den unmöglichsten Haltungen "gequält" zu sein, machen akrobatischste Verbiegungen und nicht selten hat man blau gefärbte Hände, Brüste oder schmerzverzerrte Gesichter im Fokus solcher Bilder und Videos.


Hier sei der Hinweis gegeben, dass auch Bondage wie BDSM als Instrument in der kommerziellen Medienwelt einen festen Platz gefunden hat. Hierbei handelt es sich jedoch selten um authentische Zeugnisse des Bondage, wie es seine Anhänger verstehen. Häufig muss man von dort gezeigten Extremen wohl abraten, denn nicht selten sind es professionelle Models mit Erfahrungen im Bereich Akrobatik oder professionelle Darsteller, die physisch als auch psychisch konditioniert sind, derartige Torturen zu überstehen.


Akrobatische Posen und Haltungen nur mit Vorsicht und nach dem Ermessen und den Möglichkeiten des Gefesselten ausführen. Um sich vor unschönen Ergebnissen und Erfahrungen zu schützen, sollte man die Mehrzahl an Darstellungen in den Medien kritisch betrachten. Bondage sollte wohl für die Wenigsten das Eifern nach möglichst medienwirksamen Bildern und Erlebnissen werden. Jede Bondage Begegnung ist so individuell wie die Beteiligten.
 
In der Praxis sollte man einfach auf sein Bauchgefühl hören, was die Intensität, die Akrobatik und die Art und Weise einer Fesselung angeht. Oft sind wohl die intensivsten Begegnungen jene, die aus Vernunft, gesundem Menschenverstand und intensiven authentischen Gefühlen bestehen. Und nicht jene, die gelenkt sind von teils falschen Bildern, die durch die mediale Aufarbeitung in den Köpfen entstehen.

 

Technik vs. Emotion

 

Gerade Anfänger sind stark darauf konzentriert, die technischen Aspekte im Auge zu behalten. Auch kommt es vor, dass nur einer der Beteiligten das Fesseln ausleben möchte und der Andere macht es "eben mal mit", was wohl nicht die idealste Voraussetzung ist.


Hier schlägt die Realität zuweilen sehr hart zu. Statt unendlich tollen Gefühlen, dem "Fallenlassen" und ausschweifenden Spielen gibt es oft Ernüchterung. Der Fesselnde ist fokussiert darauf, ja alles richtig zu machen, der Passive langweilt sich und denkt wohl ab und an "wie lang knotet denn der da jetzt noch, bis es mal losgeht".


Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Vorstellungen des Fesselnden oft mit den bereits erlernten Fähigkeiten kollidieren. Sprich, man hat so viele Ideen, weiß aber nicht so recht, wie man deren Umsetzung bewerkstelligen soll, ohne etwas falsch zu machen. Dazu kommen noch medizinische Aspekte, die in den Köpfen herumschwirren. All das führt in der Realität dazu, dass der ersehnte Genuss verborgen bleibt.


Beim Bondage wächst man langsam und stetig (zusammen). Nicht jeder muss alle Tiefen und Techniken erlernen und beherrschen. Oft reicht eine solide Basis, aus der Selbstvertrauen und Mut für beide entstehen und somit der Genuss mehr und mehr in den Vordergrund rückt. Um nicht Opfer der ernüchternden Realität zu werden, sollten alle Beteiligten Verständnis und Geduld für den jeweils anderen aufbringen. Lasst euch Zeit für einander, schätzt den anderen dafür, dass er sich euch widmet, und gemeinsam mit euch das Seil einbinden möchte.

 

Motivation

 

Bevor man nun ein Seil in die Hand nimmt, sollte man sich - so trivial es auch klingen mag - die Frage stellen, warum will ich fesseln, bzw. warum will ich gefesselt werden. Denn bereits so kann man Missverständnisse vermeiden.

 

Mögliche Motivationen können eine technisch ästhetische Fesselung für eine tolle Bilderserie, das einfache Fixieren einer Person, die völlige Bewegungslosigkeit des Gefesselten, eine Hängebondage (Suspension) bis hin zum authentischen Spiel mit dem Seil als Ausdruck von Macht und Willkür, aber auch Erotik und Sinnlichkeit sein.


Nicht selten kommt es beim Passiven zu Gedanken wie: "Ist der bald mal fertig?", "Was macht der denn so lang da hinten?" oder "Eh der fertig ist, habe ich keine Lust mehr." Nur wenn beide beim Bondage dieselbe Motivation haben, können sich auch beide gleichermaßen auf die Situation und das Seil einlassen. So kann aus einer gewissen Gegenwehr zum Beispiel auch schnell ein Anreiz werden. Und es langweilt sich keiner, wenn es "nur" eine schicke (dafür im Vorfeld abgesprochene) Schmuck-Bondage für eine Bildserie ist.


Sprecht euch vor dem Bondage über eure Motivationen und Wünsche aus! Absprachen über eure ganz eigenen Motivationen, Wünsche und Vorstellungen sorgen für eine entspannte Stimmung und beugen unerfüllten Begegnungen vor.

 

Das Seil 

 

Egal ob aus Baumwolle, Jute, Kunststoff oder Hanf - die Wahl des Seils ist schlussendlich Geschmackssache und jeder sollte damit seine ganz eigenen Erfahrungen sammeln. Grundsätzlich sollte ein Seil zum Fesseln folgende Kriterien erfüllen:

 

  • Das Seil sollte eine zur Verwendung passende Bruchlast haben. Die Bruchlast ist der Wert in Kilogramm, bei dem ein Seil einfach gelegt reißt. Baumwoll-, Jute-, Hanf-, und Kunststoffseile variieren hier je nach Seilstärke, Beschaffenheit und Herstellung stark. Wichtig ist, bereits vor der Anschaffung entsprechende Informationen einzuholen. Die Bruchlast spielt in der Regel nur bei vollständigen oder teilweise ausgeführten Schwebefesselungen eine entscheidende Rolle (Die Bruchlast sollte hier für eine Seillage zwischen 70 und 220 Kilogramm liegen).
  • Das Seil sollte im Bezug auf das Material so beschaffen sein, dass sich Knoten auch unter Zug wieder lösen lassen.
  • Das Seil sollte sich unter Last idealerweise nicht stark dehnen.
  • Das Seil sollte dem Aktiven gut durch die Hand "laufen".
  • Das Seil sollte bei Reibung nicht zu heiß werden.

 

Eine kleine Empfehlung zu diesem Thema: Tauscht euch mit Bekannten und Freunden aus, welche Seile sie benutzen und welche Erfahrungen sie mit ihren gewählten Materialien haben. 

 

Hier geht es zu meinen Seilen.

Variante eines Bondage-Standard Knotens

 

Bei vielen Fesselungen, verstärkt beim japanisch inspirierten Bondage, gibt es nur eine überschaubare Anzahl an Knoten, welche zum Einsatz kommen. Anders als viele erwarten, bestehen hier die meisten Fesselungen nur aus Wicklungen und einigen Seilschlägen, wozu man keine komplizierten Knoten braucht. Die Bilderserie zeigt Schritt für Schritt eine Variante des Standardknotens.

Abschließend wird der Knoten prüfend "gesichert". Hierbei einfach am langen Ende des Seils ziehen und sich vergewissern, dass sich der Knoten auch unter Zug nicht zuzieht. Dieser Knoten lässt sich jederzeit leicht wieder lösen, indem man, angefangen mit dem Zipfel, den Doppelknoten wieder löst und die Fesselung entfernt. Mit folgender, oben ausführlicher beschriebenen Formel lässt sich diese Variante des Standardknotens leicht merken: Zweimal rum, überkreuzen, unten durch, Doppelknoten, Sichern. Das Ende des Seils kann nun nach Belieben weiter zum Fesseln genutzt werden oder an anderen Gegenständen zum Fixieren festgelegt werden.

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