Fuss- & Oberkörperbondage     Erste Fesslungen erlernen

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Themenrückblick - Gedanken 

 

An dieser Stelle, an der wir allmählich dazu übergehen, in den Fesselungen komplexer zu werden, noch einige grundlegende Hinweise zu drei wichtigen Themen, die für eine Bondage-Session von essentieller Bedeutung sind:

 

Kommunikation  

 

Es ist wichtig, dass ihr während einer Bondage miteinander kommuniziert. Dies können einfache Rückfragen nach der Befindlichkeit sein, vorher verabredete Codewörter oder ihr kommuniziert mittels Händedruck. Es ist leicht, im Verlauf der Bondage ab und an die Hand des Partners leicht zu drücken. Drückt der Partner beispielsweise zweimal zurück, signalisiert dies, es ist alles in Ordnung. Drückt der Partner einmal zurück, heißt das, es ist alles in Ordnung, die Intensität soll aber nicht erhöht werden. Drückt der Partner nicht mehr zurück, heißt das, man sollte die Situation abbrechen oder zumindest entschärfen. 


Diese Art der Kommunikation ist allerdings nicht immer praktikabel, denn gerade bei sehr emotionalen oder erregenden Fesselungen kann es vorkommen, dass der Gefesselte so sehr erregt ist oder emotional "fliegt", dass er den Druck als Kommunikationsmittel nicht mehr wahrnimmt.
Aber auch hier gilt: Man wächst gemeinsam mit Bondage und wird hier über kurz oder lang zu einem eingespielten Team.

 

Das Miteinander

 

Gerade dann, wenn die ersten Grundtechniken sicher beherrscht werden, sollte man sich von innen heraus bemühen, sich auf das Geschehen und den Partner einzustellen. Beispielsweise ist es eigentlich nicht von Nöten, dass der Gefesselte während den gemeinsamen Übungen oder Momenten seine Brille trägt. Denn es sollte doch das Hauptaugenmerk auf den Empfindungen und auf den Berührungen des Partners liegen, anstatt kleinlich zu schauen, "was der denn da treibt" oder beim Blick auf das Bücherregal zu bemerken, dass man mal wieder Staub wischen müsste.


Auch gibt es nur selten einen Grund, dass sich der Gefesselte brav vor den Partner stellt und die Arme leicht vom Körper wegspreizt, um zu signalisieren, es könne losgehen. Das Miteinander schließt den wichtigen Aspekt ein, dass sich beide emotional und auch körperlich wohlfühlen. Warum nicht bequem hinter dem Partner sitzen, ihn umarmen, mit dem Seil umgarnen und so in eine Situation einsteigen?


An dieser Stelle sei auch jenen, die das Seil in der Hand führen, der Hinweis gegeben, dass es vom Partner nur in den seltensten Fällen als anregend empfunden wird, wenn man unsicher um ihn herumtänzelt und sich ständig um den Partner dreht, um dem Seil richtig folgen zu können. Sucht den Kontakt zu eurem Partner und seid ihm stets nah.


Auch sehr beliebt ist, dass der Gefesselte versucht, dem Partner zu helfen: Da wird sich unbequem gewunden, um dem Seil einen freien Weg zu gewährleisten. Da werden Arme verrenkt, um Hilfe zu geben, das Seil an dieser oder jener Stelle besser führen zu können. Und es wird der Po gehoben, wenn das Seil unter dem Körper ist, weil man der Meinung ist, man helfe dem Partner damit. Nein, auch hier gilt, der Gefesselte sollte bei seinen Emotionen abgeholt werden und sich nicht um die Seilführung kümmern! Und derjenige, der das Seil in der Hand hat, sollte schon ein stückweit signalisieren können, dass er am Ende des Seils das Geschehen in der Hand hat! Klemmt das Seil irgendwo, wird euer Partner es sich schon holen. ;)


Zum Miteinander gehört jedoch auch noch ein wichtiger Hinweis an alle, die nun das Seil in die Hand nehmen: Die hier gezeigten Möglichkeiten zeigen euch stets Seile, die mit einem Knoten an den Enden versehen sind. Bitte achtet stets darauf, dass herumfliegende Seilenden im Eifer des Gefechts beim Auftreffen auf die Augen nicht selten ein Veilchen als Ergebnis haben. Und wer will schon Fesselspuren und blaue Augen! Es ist daher darauf zu achten, das Seil mit Bedacht zu führen. Aber auch hier bringt der regelmäßige Umgang Routine und Sicherheit.


Tipp: Setzt euch einfach mal hinter euren Partner, sucht den Kontakt zu ihm, berührt ihn, ihr kennt seine Vorlieben. Und lasst nun in eure Berührungen - ganz ohne das Ziel, eine aufwändige Fesselung zu kreieren - das Seil einfließen. Dies kann das sanfte Ziehen des Seils über die Brust sein; ein Seil, welches den Partner fest an einen heranzieht; die Seillagen, welche die Brustwarzen umschmeicheln oder ein Knoten, der über die Scham streift...

 

Wichtige Sicherheitsaspekte während der Bondage


Um Fesseln genießen zu können, haben sich einige Punkte als unerlässlich erwiesen. Auch "Seilprofis" halten sich überwiegend und routiniert an diese oder ähnliche Regeln:

Fesseln sollte ausschließlich im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen. Neben der Tatsache des gesunden Menschenverstandes hat dies auch rechtliche Gründe. Denn geschieht eine Fesselung nicht einvernehmlich, erfüllt sie den Tatbestand einer Freiheitsberaubung und ist somit eine Straftat. Bei einigen Konstrukten wie RACK (risk-aware consensual kink – ein moralisches Verhaltensmodell für Handlungen und Spiele im BDSM-Kontext) oder Rapegames ist streng genommen beim Einlassen auf diese Sichtweisen die Einvernehmlichkeit gegeben.

Eine gefesselte Person ist nicht allein zu lassen. Kommt es zu körperlichen Zwischenfällen oder psychischen Auffälligkeiten wie Panikattacken, muss man eingreifen können.

Ein Seil hat am Hals nichts verloren! Es sei hier auf den Carotis Sinus Reflex hingewiesen. Zudem kann es ebenso leicht zum Erdrosseln kommen.

 

Eine Schere (Empfohlen sei eine EMT-Schere. Deren gehärtete Schneidblätter schneiden problemlos sogar Leder und dünnes Metall und ihre abgerundeten Ecken schützen vor Verletzungen) oder spezielle Cutter müssen immer griffbereit sein. In Notfällen gewährleistet nur eine Schere das schnelle Entfernen der Seile.

Bondage sollte man überwiegend in einer entsprechenden Atmosphäre betreiben. Ein kalter Keller eignet sich hier sicherlich nur bedingt.

Darüberhinaus gilt ein gewisses Verständnis der und ein achtsamer Umgang mit den medizinischen Aspekten als Grundvoraussetzung.

 

Ein Bondage-Standardknoten an den Füßen

Achtung: Das Aufeinandertreffen bzw. Reiben der Knöchel kann zeitweilen recht unangenehm sein.


Tipp: Diese Variante mit dem durchgezogenen Seil geht natürlich auch an den Händen, um ein Befreien noch nachhaltiger zu unterbinden!


Der Rest des Seils an den Füßen kann nun beispielsweise im Liegen an die folgend durchgeführte Oberkörperfesselung herangezogen werden. Hier ist Fantasie gefragt…

Einfache Variante einer Oberkörperfesselung 

 

Unseren nun bereits mehrfach erwähnten Standardknoten bzw. die soeben vorgeführte Variation kann man auch als Ausgangspunkt einer einfachen Oberkörperfesselung nutzen. Diese Bondage schränkt die Bewegung ein und kann schön in das erotische Miteinander einbezogen werden. Zu beachten ist, dass diese Fesselung nicht für ein Hängebondage geeignet ist. Verwendet wird hier im Beispiel ein 6mm Juteseil mit einer Länge von 8 Metern.

Sicherheitstipp: Wenn die Hände beeinträchtigt sind...

 

Der Aktive sollte gewissenhaft ab und an die Hände kontrollieren, da hier, je nach Intensität der Fesselung, sehr viel Druck lastet, und ggf. reagieren.


Sollte der Gefesselte über Beeinträchtigungen an den Händen klagen, kann der zuerst gesetzte Standardknoten jederzeit als erstes gelöst werden. Ohne hierbei die gesamte Fesselung entfernen zu müssen. Nun sind die Hände wieder frei, die Bondage-Überreste zieren aber noch immer den Oberkörper. Siehe folgende Bilder:

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